Waldbrandgefahr

Jedes Jahr im Sommer taucht in den Medien immer wieder die Informationen über die Waldbrandgefahr auf. Zu Recht weist die Feuerwehr und Naturschützer eindringlich auf die Gefahren hin, die in bedrohlichen Situationen Häuser, Hab und Gut, ja sogar Menschenleben fordern können. Die Waldbrandgefahr bedroht lebenswichtige ökologische Mikrogebiete, die Pflanzen und Tiere gleichermaßen zerstören oder töten.

Bereits eine achtlos weggeworfene Zigarette aus dem fahrenden Auto, eine gefährliche Unsitte, kann in der trockenen Jahreszeit, besonders in Nadelwaldgebieten kleine Entstehungsbrände entfachen, die sich, unbeobachtet, schnell zu einem unkontrollierten Flächenbrand ausweiten können. Die Nadeln, die auf Boden liegen sind durch sommerliche Temperaturen Pulver trocken und harzreiche, kienhaltige Äste fangen explosionsartig Feuer.

Viele Mitbürger werfen achtlos Bierdosen, Glasflaschen oder Müll in die Natur. Wenige vermuten darin eine Waldbrandgefahr. Das blankgeriebene Blech auf der Bodenseite einer Cola Dose wirkt durch die konkave Form wie ein Hohlspiegel. Ähnlich verhält es sich mit Glasflaschen oder deren Bruchstücke. Die Sonnenstrahlen werden im Glas gebeugt und wirken, wie ein Brennglas. Um die Waldbrandgefahr zu minimieren gehört kein Müll in den Wald, sondern soll bei der nächsten Mülltonne ordnungsgemäß entsorgt werden.
Viele Städter entfliehen dem Großstadtstress und unternehmen an schönen Sonnentagen einen Ausflug in die Naherholungsgebiete. An Baggerseen oder in schattigen Waldgebieten finden sie einen beschaulichen Piknikplatz. Schnell ist der Grill aus dem Auto geholt. Grillduft lässt die schönen Stunden in der Natur erahnen. Am Abend wird der Grill einfach ausgekippt und die Mülltüten bleiben liegen. Holzkohle kann noch viele Stunden eine bedenkliche Hitze bewahren. Auch kleine Feuerstellen, provisorisch mit Steinen hergerichtet, werden für Grill Zwecke genutzt. Schnell kann das Feuer außer Kontrolle geraten.

Ein weiterer Grund der Waldbrandgefahr stellen Arbeitsmaschinen dar. Selbst Waldarbeiter unterschätzen die heißen Auspuffgase der Motoren. PKW Fahrer wissen nicht, daß die Lambdasonden an den Auspuffrohren mehrere hundert Grad heiß sind. Beim Überfahren von trockenem, hochwachsendem Gras steht dies sofort in Flammen.

Wenig bekannt ist, daß die Waldbrandgefahr im Frühjahr rapid ansteigt. Aufgetürmtes Laub wird zusammengepresst. Der Druck erzeugt Hitze, die zusammen mit der einsetzenden Gärung und der ersten Frühjahrssonne zu bedenklichen Innentemperaturen führen kann. Die Wahrscheinlichkeit eines großen Waldbrandes ist jedoch auch hier gering.
Schlimmer dagegen sind unachtsam gelegte Rodungsbrände, die aus der Kontrolle geraten. Die Grenzen zu mutwillig herbeigeführten Waldbränden sind fließend. Wird in Deutschland einer Person dieser Tatbestand nachgewiesen, wird sie sich nach dem §306 des Strafgesetzbuches verantworten müssen.
Ist es bei einem Picknick dann doch einmal geschehen, daß um Sie herum das Gras oder die Wiese lichterloh brennt, bewahren Sie vor allen Dingen Ruhe und geraten nicht in Panik. Alarmieren Sie so schnell es geht die Feuerwehr. Teilen Sie beim Telefonat Ihren genauen Standort mit und ob es bereits Verletzte gibt. Bei einem Bodenbrand ist die Feuerfront zumeist ein schmaler Streifen, weniger ein Inferno, der dann gegen die Windrichtung übersprungen werden kann (Prinzip der verbrannten Erde) und so die Betroffenen in Sicherheit sind. Trotzdem bestehen weiterhin Gefahren durch Gase, Rauch, Desorientierung und heiße Erde. Sind alle Personen in Sicherheit, versuchen Sie, kleine Feuerherde durch ein Austreten oder das Ausfegen mit frischen Nadelästen zu löschen.

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