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Die Feuerwehr in Deutschland

Wer hat Sie nicht noch vor Augen, die Anschläge im September 2001 am World-Trade-Center, der Feuerwehr und Polizei gelang es damals 17 400 Menschen vor Ort zu retten, 2173 Menschen fanden den Tod, darunter auch 343 Feuerwehrleute. Sie sind nicht nur die Brandhüter, auch bei Katastrophen wieam WTC sind Sie vor Ort.

Die Aufgabe der Feuerwehr ist in erster Linie „Menschenleben“ zu retten, dazu gehören, Einsätzeauf Autobahnen bei Unfällen, vorbeugende sowie akute maß nahmen bei Überschwemmungen/Hochwasser darüber hinaus hat die Feuerwehr, auch bei Unfällen mit Chemischen oder Giftigen Substanzen, die Aufgabe gefährliche Stoffe, wenn möglich zu neutralisieren oder zu entfernen.In Deutschland gibt es 26.000 Feuerwehren, die Anzahl der Aktiven Berufsfeuerwehr liegt bei 27.902,dazu kommen 1.035.941 die zur Freiwilligen Feuerwehr gehören, die Frauenquote liegt bei 7 %.Der Verantwortungsbereich der Feuerwehren, obliegt dem jeweiligen Bundesland, die Landesgesetzgebungder einzelnen Bundesländer, entscheidet darüber wie das Brandschutzgesetz geregelt wird.

Verständigung

Im Jahre 1991 einigten sich die damaligen Eu-Staaten auf den Euronotruf 112, Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr, können durch die einheitliche Notrufnummer angefordert werden.

Seit Dezember 2008, hat jedes Land das der EU angehört, die 112 als Notrufnummer für die Feuerwehr.Selbstverständlich ist auch für Sie, die 112 in der Bundesrepublik Deutschland weiterhin gültig.Wählen Sie die 112 in einer der EU-Staaten, ist es von Land zu Land verschieden, welche BehördeSie am Ende erreichen, in Deutschland werden Sie mit der nächsten Feuerwache verbunden.

Organisationsformen

Die Dachorganisation der Feuerwehr für die Bundesrepublik Deutschland, ist der DeutscheFeuerwehrverband, kurz DFV genannt. Er unterliegt den Gesetzgebungskompetenzen der Bundesländer. Der DFV besteht aus:

Berufsfeuerwehr

In den Brandschutzgesetzen der Bundesländern, wird geregelt ab wann eine Berufsfeuerwehr aufgestellt werden muss, dies kann ab 100.000 Einwohnern der Fall sein. Je nach Größe einer Stadt können einoder mehrere Feuerwehren stehen, oft sind Rettungsdienste ebenfalls vor Ort. Der Feuerwehrmann/Frauist größtenteils Beamter, der im 12- oder 24- Stunden Schichtdienst arbeitet. In der Regel genügtein Hauptschulabschluss, oder eine abgeschlossene Berufsausbildung, sowie eine gesundheitlicheEignung, für eine Stelle im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst. Für den gehobenen bzw. höherenFeuerwehrtechnischen Dienst wird ein Abitur/Fachabitur, sowie ein Diplom/Bachelor oder Diplom/Masterin einem technischen oder naturwissenschaftlichen Fach von Vorteil. Der Feuerwehrmann/Frau hat einedurchschnittliche Wochenarbeitszeit von 48 Stunden, neben Einsätzen vor Ort ist Aus und Weiterbildungein wesentlicher Bestandteil des Berufes. Das Rentenalter beginnt mit 60 Jahren.

Freiwillige Feuerwehr

Sie sind die Ergänzung zur Berufsfeuerwehr, bei 2.074 Städten in Deutschland gibt es nur knappüber 100 Berufsfeuerwehren, sie sind vor Ort und haben oft ein Zeitvorteil, bis reguläre Kräfte eintreffen. Auch bei Unwetter oder Hochwasser übernehmen Sie die Aufgaben der Berufsfeuerwehr.Wenn Sie sich bei der Freiwilligen Feuerwehr bewerben wollen müssen Sie je nach Bundesland16 bis 18 Jahren alt sein und körperlich sowie geistig geeignet sein. Sie können an mehreren Dienst-Abenden teilnehmen, oder haben die -möglichkeit sich schriftlich zu bewerben, am Ende steht einAufnahmegespräch, wo Sie über Rechte und Pflichten eines Feuerwehrmannes/Frau informiert werden.

Werkfeuerwehr

Eine Werkfeuerwehr ist keine öffentliche Einrichtung, sie wird vom Regierungspräsidium des jeweiligen Bundeslandes angeordnet, ihre Aufgabe besteht darin, die Sicherung in den meisten Industriebetrieben zu übernehmen. Als bestes Beispiel, ist hier die Flughafenfeuerwehr zu erwähnen, die für Brände an Flugzeugen speziell ausgebildet worden ist. Die Werkfeuerwehren, dürfen je nach Bedarfauch außerhalb des Werkgeländes eingesetzt werden. In Deutschland gibt es seit dem 1. August 2009die Ausbildung zum Berufs/Werkfeuerwehrmann/Frau. Die Ausrüstung kann je nach Betrieb variieren, siehat aber den Erfordernissen der Betriebsfeuerwehr zu entsprechen.

Betriebsfeuerwehr

Der Unterschied zur Werkfeuerwehr ist, sie hat keine staatliche Anerkennung und wird von Betriebenmeist aus versicherungstechnischen Gründen eingesetzt. Ihre Rekrutierung besteht aus FreiwilligenMitarbeiter die dem Betrieb angehören, ihre Übungen und Schulungen werden zum Teil in der Freizeitoder ehrenamtlich durchgeführt. Die Betriebsfeuerwehr ist für den Ersteinsatz verfügbar, bis dieBerufs/Freiwilligenfeuerwehr eintrifft, sie hat Ortskenntnisse und kann die Kräfte schneller zumEinsatzort führen. Ihre Ausrüstung wird von den einzelnen Betrieben bestimmt.

Geschichte

In Ägypten gab es die ersten organisierten Löscheinheiten, zu der Zeit, gab es in Europanur kleinere Siedlungen, die Menschen halfen sich bei Bränden gegeneinander, die Gefahr einesübergreifenden Feuer war noch nicht gegeben, da die Behausungen frei lagen.

Dies änderte sich erst mit den Bau von Städten, wo Mehrfamilienhäuser eng beieinander standen,im Jahre 21 v. Chr. wurde in Rom die erste Feuerwehr aus Sklaven gegründet, ihre Ausrüstungbestand aus alltäglichen Gebrauchsgütern wie Eimer, Schwamm, Leiter u.s.w.Im Mittelalter waren die Gemeinden in der Pflicht, den Brandschutz umzusetzen, daraus resultierten die ersten Feuerlöschverordnungen, die zu meist von Innungen und Zünfte umgesetzt worden sind.

In der Regel, war die Stadtwache oder der Türmer verpflichtet Brände zu melden. Es gab eine allgemeine Hilfeleistungspflicht für die Bürger.Erst im 17. Jahrhundert wurde der genähte Lederschlauch erfunden, später wurde der Schlauchgenietet. Durch die Entwicklung neuer Geräte wie der Handdruckspritze, wurde die Brandbekämpfungeffektiver möglich, sie prägte das Bild der Feuerwehr bis ins 19. Jahrhundert.Studentenverbindungen sowie Sportvereine, stellten sich Mitte des 19. Jahrhundert in den Dienstder Allgemeinheit und waren für den Brandschutz zuständig.

Mit der Erfindung des Hydranten Ende des 19. Jahrhundert, sowie einer besseren Ausbildung und Organisation der Feuerwehr, war das Zeitalter der Berufsfeuerwehr angebrochen. Die Motorisierung der Feuerwehr, war ein wesentlicher Schritt zur Modernisierung des Brandschutzes,bis Mitte des 20. Jahrhundert . Motorspritzen und Drehleitern sowie Martinshorn wurden Standard.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden auch oft Frauen zu Löschdiensten hinzugezogen, da viele Feuerwehrmänner an der Front standen.Die Feuerwehr wurde 1950 neu gegründet, sowie mit neuen Geräten ausgestattet, es entstandendie Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr, heutzutage verfügt die Feuerwehr über modernsteTechnik, ihre Einsatzmöglichkeiten sind dadurch vielseitig geworden.

Aufgaben

Retten

Nicht nur die Brandbekämpfung gehört zu den Aufgaben der Feuerwehr, sie versucht auchMenschenleben zu retten, zum Beispiel bei Großbränden in einer Industrieanlage, Betrieb,Mehrfamilienhaus oder Einfamilienhaus. Sie sind vor Ort bei Flugzeug oder Zugunglücken.Bei Überschwemmungen oder Hochwasser, helfen Sie bei der Evakuierung der bedrohtenBevölkerung. Auch bei Unfällen auf den Autobahnen, sind Sie mit Schweißgeräten vor Ort, um Verletzte Menschen aus den Autowracks zu bergen.

Löschen

In der Regel bestimmt der Einsatzleiter vor Ort, wie vorgegangen wird, es wird zwischen Außenangriff und Innenangriff unterschieden. Beim Außenangriff konzentriert sich der Feuerwehrmann/Frau, auf Gebäudeöffnungen (Fenster,Tür, Dachluke), um mit Wasser(zur Kühlung) oder(Löschschaum)zur Erstickung, das Feuer zu bekämpfen. Der Innenangriff ist weitaus gefährlicher, da die Gebäudekonstruktion, sich unter Hitze verformen könnte und es zur Einsturzgefahr käme.

Mit Atemschutzgerät ist der Feuerwehrmann/Frau auf der Suche nach dem Brandherd, es haben sich Druckbelüfter beim Einsatz bewährt, die den Rauch sowie unverbrannte Gase, aus den Räumen entfernen, so kann der Brandherd schneller bekämpft werden. Bei Wald oder Buschbränden kommenvermehrt Hubschrauber und Löschflugzeuge zum Einsatz. Bei Bränden, In Hafennähe werden Löschboote eingesetzt.

bergen

Nach einer Katastrophe, übernimmt die Feuerwehr, auch das Bergen von toten Menschen, alsBeispiele: Flugzeugabsturz, Zugunglück, Hausbrand, Verkehrsunfall. Bei Unfällen auf Autobahnen oder Landstraßen, sind Sie für das Bergen von Gefahren/ Stückgut, sowie das neutralisieren von Chemischen oder Giftigen Verbindungen verantwortlich. Auch nach einem Stallbrand, werden die Tierkadaver von der Feuerwehr beseitigt.

schützen

Eine Zentrale Rolle spielt der Brandschutz in der Bundesrepublik Deutschland, es gibt denVorbeugenden/Baulichen/Anlage technischer/Organisatorischen/Abwehrender Brandschutz.Beim vorbeugenden Brandschutz spricht man auch von „Verhinderung“ eines Brandes imRahmen z.b. einer Veranstaltung oder eines Konzertes.

Konstruktionsplanung, Fertigstellung und Inbetriebnahme, dafür ist der Bauliche Brandschutz zuständig, je nach Gebäudekonstruktion z.b. Flughafen, Firmengebäude, Mehrfamilienhaus oderGewerbekomplex, wird ein Brandschutzgutachten vorausgesetzt, dies wird durch einen zugelassenenBrandschutzgutachter erstellt, das so erstandene Brandschutzkonzept muss mit den lokalen Behörden abgestimmt werden. Oft werden Brandschutzexperten von der Feuerwehr, bei einer Konstruktionsplanung hinzugezogen.

Anlagen technischer Brandschutz sind Einrichtungen die zur Verbesserung des Brandschutzes dienen,als Beispiele: Sprinkleranlage, Rauchmelder, Brandmeldeanlage, Notbeleuchtung, Handfeuerlöscher. Organisatorischer Brandschutz ist für die Umsetzung von Brandschutzplanung und Brandschutz-ordnung zuständig. Auch die Schulung (Verhalten nach Ausbruch eines Brandes) sowie dieBrandschutzerziehung gehören zum Aufgabenbereich des Organisatorischen Brandschutz.Der Abwehrende Brandschutz ist, wenn die Feuerwehr ausrückt, um einen Brandherd zu bekämpfen.

Ausbildung und Dienst

Die Ausbildungsinhalte sind bundeseinheitlich festgelegt Sie sind für die Freiwillige Feuerwehren,Werkfeuerwehren und Berufsfeuerwehren gleich. Die Truppenausbildung wird bei der Feuerwehrdurchgeführt, die Weiterbildung als auch Spezialausbildung findet in Landesfeuerwehrschulen statt.

Die Ausbildung des Feuerwehrmann/Frau, gliedert sich in drei Teile, Grundausbildung, technische Ausbildung und Führungsausbildung. Es existieren für jeden Lehrgang Mindestvoraussetzungen, um die nächste Stufe zu erreichen. Bei der Freiwilligen Feuerwehr finden theoretische und praktische Übungenstatt, der Feuerwehrangehörige muss sich mindestens 40 Stunden im Jahr weiterbilden.

Die Berufsfeuerwehrmann/Frau führt Ihre Ausbildung während der Bereitschaftszeit aus, sowie durch Schulungen und Kursbesuche auf den Landesfeuerwehrschulen. Der Werkfeuermann/Frau hat die gleicheAusbildung wie der Berufsfeuerwehrmann/Frau. Die Dienstzeit beträgt 12- oder 24- Stunden im Schicht-dienst.

Jugendarbeit und Rekrutierung

Die Jugendfeuerwehr wurde am 31.Oktober 1964 gegründet Sie besteht aus ca. 17 600 Gruppen undhat ca. 240 000 Mitglieder, im Alter von 10 bis einschließlich 17 Jahren. Ziel der Jugendwehrarbeit ist es Kinder und Jugendliche, für die Feuerwehr zu begeistern. Für den aktiven Dienst gewinnt die Feuerwehr jedes Jahr ca. 24.000 junge Menschen im Alter von 18- 26 Jahren. Es gibt 400.000 junge Menschen,die in 25.000 Freiwilligen Feuerwehren Mitglied sind, (im Vergleich 1.380.000 Mitglieder).

Wichtiger Bestandteil der Rekrutierung ist die Werbe- und Imagekampagne der Feuerwehr um Mitgliederzu gewinnen.

Ausrüstung

Die Feuerwehr ist mit modernsten Geräten ausgestattet, zu Ihrer Arbeitskleidung zählen Schutzhelm,Handschuh, Sicherheitsschuh sowie der Feuerwehrschutzanzug. Funk sowie GPS Sender sind Standard.Die Fahrzeuge der Feuerwehr werden nach Einsatzmöglichkeiten eingeteilt, es gibt Fahrzeuge zurBrandbekämpfung dazu zählen, Tanklöschfahrzeuge, Löschgruppenfahrzeuge,Tragkraftspritzeinfahrzeuge sonstige Löschfahrzeuge, Sonderlöschfahrzeuge und Hubrettungsfahrzeuge.

Die Fahrzeuge zur technischen Hilfeleistung sind, Einsatzleitwagen, Gerätewagen, Kranfahrzeuge, Fahrzeuge für Katastrophen- und Umweltschutz, Spezialfahrzeuge für Gefahrengutseinsätze sowie Rettungsfahrzeuge. Zu den sonstigen Fahrzeugen der Feuerwehr gehören, Mannschaftstransporter,Wechselladefahrzeuge, Pkw, Motorräder, sowie sonder-angefertigte Fahrzeuge. Allround-Fahrzeuge runden den Fuhrpark der Feuerwehr ab. Ebenfalls zur Ausrüstung der Feuerwehr, gehören Löschbootedie meistens in Großstädten, zur Absicherung der Hafengebiete eingesetzt werden.

Nicht jede Brandwache der Feuerwehr ist gleich ausgerüstet, ein Hubrettungsfahrzeug z.b. wirdeher in einer Großstadt eingesetzt, wogegen eine Flughafen Feuerwehr ein Flugfeldlöschfahrzeugin Ihrem Fuhrpark unterhält.

Schutzpatron

Als Schutzpatron der Feuerwehr gilt der „Heilige Florian“, er war ein hoher römischer Offizier,der sich für andere Christliche Glaubensbrüder einsetzte, er wurde verhaftet und im Fluss Ennsmit seinen Glaubensbrüder ertränkt. Der Gedenktag des “ Heiligen Florian“ ist der 04. Mai undwird von den Christen jedes Jahr gefeiert.

Hintergrund der Geschichte ist, wenn der Feuerwehrmann/Frau zu einem Einsatz ausrückt, ister bereit seine Gesundheit und sein Leben aufs Spiel zu setzten, der „Heilige Florian“ soll Ihnbeschützen und Gesund nach Hause bringen. Auf vielen Feuerwachen ist er Symbolisch alsBild zu sehen. Viele Fahrzeuge der Feuerwehr tragen die Bezeichnung Florian 1, oder Florian 2.Auch der Feuerwehrmann/Frau werden oft als Florians jünger bezeichnet.